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Wandkunstbild am Dorfgemeinschaftshaus in Ehlen
 
Diese reliefartige Darstellung befand sich schon von Beginn am Ehlener DGH, das im Oktober 1955 eingeweiht wurde. Der Bau war im Rahmen des  Hessischen Landesprogramms "Soziale Aufrüstung des Dorfes" errichtet worden und mit seinen Angeboten an die Dorfgemeinschaft damals im (Alt-) Kreis Wolfhagen einmalig: Fernsehraum, Tiefkühlanlage, Wäscherei, Sitz- und Wannenbäder, Lehrküche, Fürsorgeraum, Gesundheitspflege.

Das Bild an der Außenfassade hatte der Ehlener Graphiker Atze Müller entworfen und aus dem Putz herausgearbeitet. Im großen Saal des Hauses wurden von ihm auf die Wände heimatliche Motive gemalt, die allerdings vor einigen Jahren bei Renovierungen überstrichen wurden.

Für seine symbolische Darstellung hatte der Künstler den Kern des Gedichtes "Ehre der Arbeit" von Ferdinand Freiligrath ins Bild gesetzt:  "Wer den wucht´gen Hammer schwingt, wer im Felde mäht die Ähren ...". Landmann und (Industrie-)Arbeiter reichen sich die Hand, Gemeinsames wird betont - einem Dorfgemeinschaftshaus angemessen.
 
Eine größere Zahl ähnlicher Wandkunstbilder mit vergleichbaren Motiven findet sich übrigens in der oberen Treppenstraße in Kassel an den links und rechts stehenden flachen Gebäuden.

Das Bild war fast 55 Jahre außen am Dorfgemeinschafthaus zur Straße hin zu sehen bis es dann Ende März unter den Dämmplatten, mit denen das Gebäude im Rahmen des aktuellen Konjunkturprogramms ummantelt wurde,  verschwand.
 
Vielleicht werden ja einmal spätere Generationen unter dieser Schicht fündig, wenn es darum geht, Spuren "alter Kulturen", wie die der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, zu entdecken.
 
 
 
Lesehinweis:
 
Festschrift zur Einweihung des Dorfgemeinschaftshauses in Ehlen am 2. Oktober 1955. Hrsg. Gemeinde Ehlen. Ehlen: Selbstverlag 1955